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letzte Aktualisierung:
03.11.2009




Studie

Langfristige Substitution Opiatabhängiger: Prädiktoren, Moderatoren und Outcome (PREMOS)

Projektleiter: Hans-Ulrich Wittchen (PI), Gerhard Bühringer (Co-Pi), Jürgen Rehm (Co-Pi)
Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Technische Universität Dresden

Kontrollierte klinische und naturalistische epidemiologische Studien haben nachgewiesen, dass eine qualifizierte substitutionsgestützte Therapie opiatabhängiger Patienten mit Methadon und Buprenorphin die gesundheitliche und soziale Situation der betroffenen deutlich verbessern und das Sterberisiko deutlich senken können. Obwohl die kurz- und mittelfristige (bis 1 Jahr) Wirksamkeit und Sicherheit einer auf Dauer angelegten ("maintenance") Substitutionsbehandlung erwiesen ist, ist der mehrjährige Langzeitverlauf substituierter Opiatabhängiger unklar und schlecht untersucht. National und international fehlen bislang Daten darüber wie häufig die zentralen Erfolgsparameter stabile Substitution, Besserung der somatischen und psychischen Gesundheit, Reduktion von Delinquenz, Freiheit von konkomitanten Drogengebrauch, sowie Abstinenz überhaupt und langfristig erreicht werden und welche Patienten- und Versorgungsmerkmale mit dem langfristigen Therapieerfolg einer Substitutionstherapie assoziiert sind.
Um diese Erkenntnislücke zu schließen, wird auf der Grundlage einer bundesweit repräsentativen klinisch-epidemiologischen Studie der klinische, psychopathologische, soziale und substanzbezogene Verlauf und Outcome von über 2.500 Patienten und Patientinnen aus 233 Einrichtungen längsschnittlich über bis zu 5-Jahre untersucht und beschrieben. Die Studie stellt somit eine Kombination (1) einer bundesweiten, klinisch-epidemiologischen Studie zu zentralen Parametern der Versorgungsstruktur für Heroinabhängige in Substitution (t0) und (2) einer längsschnittlichen Kohortenstudie repräsentativ ausgewählter PatientInnen mit vier Messzeitpunkten zu Baseline (t1), 12 Monaten (t2) 36 Monaten (t3) und 48 Monaten (t4) dar. Die statistische Auswertung der langfristigen Effektivität sowie der Prädiktoren und Moderatoren erfolgt auf der Grundlage praxistauglicher etablierter Instrumente (Skalen, Fragebögen, Urintests), stratifiziert nach Dauer der vorangehenden Substitution in Hinblick auf kategoriale (z.B. erfolgreiche Therapiebeendigung) und dimensionale outcomes (z.B. Lebensqualität). Zusätzlich werden in ergänzenden Vertiefungsstudien kritische Aspekte wie Substitionsmittel und Dosierung, Erfolg und Prädiktoren der Substitution bei Frauen (Schwangerschaft, Kinder) geprüft.
Die Antragskonzeption ermöglicht über die Mehrebenenkonzeption und eine Mehrpunkterfassung eine klinisch differenzierte und umfassende Beantwortung der Hauptfragestellungen und kann darüber hinaus wertvolle Aufschlüsse über eine patienten- und versorgungsgerechtere Gestaltung der Indikationskriterien für Substitutionsbehandlungen geben. Die Studie hat im November 2007 begonnen, erste Ergebnisse werden Anfang 2009 vorliegen.